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Lagebericht
So. 13.01.2019
update 13.01.19 7:30 (Michael Butschek)

Zuspitzung im Tagesverlauf durch Niederschlag

Nachmittag

Vormittag

Leicht zu störende Triebschneefelder, die durch Neuschnee überdeckt sind, Gefahrenstellen bis in Waldlichtungen herunter - sehr heikle Situation für Wintersportler, schlechte Sicht! Zunahme der spontanen Lawinenaktivität (Gleitschnee insbesondere unter 1400 m und Schneebretter) im Tagesverlauf, Anzahl und Größe der Lawinen nehmen zu, exponierte Verkehrswege können betroffen sein.

Gefahrenbeurteilung

Die Lawinengefahr ist entlang und nördlich der Tauern GROß (4). Gefahrenstellen insbesondere von der Waldgrenze aufwärts in praktisch allen Richtungen. Ausdehnung und Anzahl der Gefahrenstellen nehmen schon am Vomittag rasch zu. Die meisten kammnah, teils aber auch untypisch kammfern in steilen Waldrandbereichen und Lichtungen. Eine Auslösung ist im Steilgelände bereits bei geringer Zusatzbelastung wahrscheinlich. Große Zurückhaltung im freien Gelände und Verzicht sind ratsam. In den tiefen und mittleren Lagen im Tauern und Nordalpenbereich besteht zudem ein ausgeprägtes Gleitschneeproblem, teilweise bis in Höhen von 2300 m und mit imposanten Anrissen.

Exponierte Wege und Objekte können von spontanen Lawinen (viele mittel bis groß, teilweise auch sehr groß) betroffen sein.

In den Lungauer Nockbergen konzentrieren sich die Gefahrenstellen ausschließlich auf mit Triebschnee gefüllte Bereiche (Rinnen, steile Mulden, Übergänge zu mehr Schnee), die Gefährdung steigt dort tagsüber auf ERHEBLICH (3) an.

Schneedeckenaufbau

Seit etwa Mitternacht schneit es wieder stärker, die Berge verzeichnen in der Früh meist 10 bis 20 cm Neuschnee im Bereich der Nordalpen/Osterhorngruppe auch um 30 cm, in tiefen Lagen regnet es kräftig. Der Wind (meist aus SW-N) verfrachtet neuerlich. Neu- und Triebschnee überdecken den kalten und oft noch sehr lockeren äußerst ergiebigen Schneefall der Vortage (steil S- und W-seitig durch Strahlungseinfluss am Freitag eventuell hauchdünne Krusten als Unterlage), die Auflage ist sehr störanfällig. Darunter ist die Schneedecke in vielen Bereichen in der oberen Hälfte homogen, Belastungstests zeigten zuletzt in dieser Schicht kaum Neigung zur Bruchausbreitung. Potentielle Bruchflächen gibt es jedoch im Übergang zum gesetzten Schnee vom vergangenen Wochenende sowie tief im Inneren der Altschneedecke im Höhenbereich 2200 bis 2800m, die in Teilbereichen mit zunehmender Auflast ansprechbar sein können.

In tiefen und mittleren Lagen (insb. unter 1400m), teilweise aber auch bis in Höhen von 2300 m gleitet die Schneedecke im Steilgelände vom Boden weg und bildet Gleitschneerisse.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Heute, Sonntag, wird die Sicht stark durch Nebel, Wolken und Schneefall eingeschränkt. Tagsüber weht lebhafter bis starker Wind aus West bis Süd. Von Sonntagfrüh bis Montagfrüh fallen 20 cm bis 60 cm Schnee oberhalb von 1500 m. Der meiste Schnee fällt im Bereich der Hohen Tauern und am Hochkönig/Steinernes Meer. Die Temperaturen steigen weiter an. Am Abend in 2000m um -4 Grad, in 3000m um -9 Grad. Am Abend und in der Nacht regnet es teilweise deutlich über 1000m hinauf. In der Nacht zum Montag schwerer Sturm aus West bis Nordwest..

Morgen, Montag, stecken die Berge meist in Nebel und es schneit weiter, die Sicht bleibt meist stark eingeschränkt. Von Montag früh bis Dienstag früh fallen 20 cm bis 50 cm Neuschnee. Stürmischer Nordwestwind verteilt den Schnee sehr unregelmäßig. Es kühlt ab. Zu Mittag in 2000m um -11 Grad, in 3000m um -18 Grad.

Tendenz

Mit dem Anhalten der Niederschläge und dem schweren Sturm in der Nacht verschärft sich die Situation weiter. Zunehmend können durch die Auflast von Neu- und Triebschnee auch tiefliegende Schwachschichten relevant werden.





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