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Lagebericht
Mi. 21.02.2018
update heute 7:28 (Michael Butschek)

Kalter Neuschnee, auffrischender Wind, schlechte Sicht

Nachmittag

Vormittag

Auffrischender Wind aus nördlichen Richtungen verfrachtet den frischen Schnee kleinräumig in den Hochlagen. Zudem ältere Gefahrenstellen in steilen, schneearmen Geländeübergänge und im kammnahen Steilgelände von der Waldgrenze aufwärts, die meisten direkt am Tauernhauptkamm. Auslösung insbesondere durch große Zusatzbelastung. Betroffen sind sowohl schattseitige als auch sonnseitige Expositionen. Schlechte Sicht erschwert die Gefahreneinschätzung!

Gefahrenbeurteilung

Die Lawinengefahr ist allgemein MÄßIG, schlechte Sicht erschwert die Gefahreneinschätzung!

Die meisten Gefahrenstellen gibt es direkt am Tauernhauptkamm, dort können überwiegend kleine Schneebrettlawinen nach wie vor bereits durch einen einzelnen Wintersportler ausgelöst werden. Betroffen sind alle Expositionen, speziell jedoch der Nordsektor oberhalb von etwa 2100 m. Auch die heute kleinräumig frisch gebildeten, dünnen Triebschneeschollen in den windexponierten Hochlagen (SW-S-SO) werden leicht auszulösen sein. Sonst geht die Hauptgefahr von geringmächtigem älterem Triebschnee im kammnahen Steilgelände aus. Kritisch zur beurteilen sind aber auch sehr steile, schneeärmere Geländeübergänge im erweiterten Südsektor. Zur Auslösung dieser Gefahrenstellen bedarf es meist schon großer Zusatzbelastung (zB Sturz bei der Abfahrt).

Vereinzelte Gleitschneelawinen aus extrem steilen Grasmatten unter 2200m sind weiterhin möglich. Hänge mit Gleitschneerissen nach Möglichkeit meiden!

Schneedeckenaufbau

Die letzten 36 Stunden brachten verbreitet um 10 cm, in den Tauern und Nockbergen teilweise auch um 20 cm kalten Neuschnee. Der Windeinfluss war zuletzt gering, der auflebende Wind aus nördlichen Richtungen, lagert den Schnee heute in den Hochlagen und speziell im Lungau aber wieder um. Direkt am Tauernhauptkamm überdeckt der Neuschnee die Einwehungen und Gefahrenzeichen, die starker S-Föhn am Montag hinterlassen hat. Abseits davon ist die Unterlage oft kompakt und gesetzt mit geringmächtigem, älterem Triebschnee.
Potentielle Bruchflächen für Schneebrettlawinen sind schattseitig kalter, lockerer Schnee, teilweise auch überschneiter Oberflächenreif. Sonnseitig hat sich unter Schmelzharschkrusten, insbesondere oberhalb etwa 2100 m, eine Schwachschicht aus kantigen Kristallen gebildet. Ungeachtet der Kälte gibt es punktuell weiterhin Gleitbewegungen der Schneedecke auf den extrem steilen Grasmatten.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Heute, Mittwoch, dominieren schlechte Sicht durch Nebel und leichten Schneefall, der tagsüber allerdings nur noch geringfügigen Neuschnee bringt. Am Nachmittag kann es aufhellen oder sporadisch die Sonne durchblinzeln. Der Wind aus dem Nordsektor kann in exponierten Zonen 40 km/h erreichen. Temperaturen in 2000m um -10 Grad, in 3000m bei -13 Grad.
Morgen, Donnerstag, tiefe Bewölkung mit dichtem Nebel an Hängen und in den Gipfelbereichen. Es schneit immer wieder leicht bis mäßig stark. Größenordnung um 5 bis 10 cm im Norden, am Alpenhauptkamm und im Lungau um 15 cm in 24 Stunden. Teils lebhafter Wind aus Nord bis Ost, erreicht 40 bis 50 km/h. Temperaturen in 2000m um -12 Grad, in 3000m bei -14 Grad.

Tendenz

Die Zahl der Gefahrenstellen durch frischen Triebschnee nimmt zu. Die Störanfälligkeit am überwehten, kalten und lockeren Pulverschnee dürfte relativ hoch sein. Regional kann die Gefährdung daher morgen auf ERHEBLICH ansteigen.





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