Neue Einwehungen westseitig
Der stürmische Südostwind und der leichte Schneefall von Süden her hat zwischen Lungau und den Hohen Tauern untypischerweise vor allem auf westschauenden Hängen Einwehungen und damit ERHEBLICHE (3) Lawinengefahr bewirkt. Sonst ist die Schneebrettgefahr überwiegend MÄSSIG (Stufe 2). Generell liegen die Problemzonen im kammnahen, eingewehten Steilgelände. Eine vorsichtige Spuranlage wird empfohlen.
Gefahrenbeurteilung:
Die Lawinengefahr ist zwischen Lungau, Niederen und Hohen Tauern auf Grund von neuen Verfrachtungen ERHEBLICH (Stufe 3), in den anderen Gebieten überwiegend MÄSSIG (Stufe 2). Die neuen Triebschneeansammlungen liegen untypischerweise auf West bis Nordwest schauenden Hängen.
In den Gebieten mit den frischen Einwehungen kann bereits eine geringe Belastung zur Schneebrettauslösung führen. In den übrigen Gebirgsgruppen geht die Gefährdung primär vom zuletzt gefallenen Neuschnee aus, der nur wenig oder kleinräumigen verfrachtet wurde. Ein weiteres und vergleichsweise geringeres Gefahrenmoment für den Skifahrer geht von den älteren Einwehungen der Vorwoche und dem allgemein ungünstigen Schneedeckenaufbau aus.
Gefahrenstellen für trockene Schneebretter gibt es im kammnahen Steilgelände, hauptsächlich im Ost- und Nordsektor, dort kann man insbesondere bei großer Zusatzbelastung die Schneedecke stören; ganz frische und dünne Triebschneeschichten können auch schon durch einzelne Personen gestört werden.
Werden im ungünstigen Fall auch tieferliegende Schwachschichten angesprochen, so könnten mitunter auch größere Schneebretter ausgelöst werden. Die Sonneneinstrahlung kann am Nachmittag kleinere spontane Lockerschneelawinen oder Rutsche aus dem fesldurchsetzten Steilgelände verursachen.
Der Schneedeckenaufbau:
Der stürmische Südostwind hat in den Hochlagen der Tauern und in mittelhohen Lagen im Lungau und in den Niederen Tauern zu neuen Einwehunge geführt. Der Triebschnee liegt hier teilweise auf einer Harschunterlage, teils aber auf der sehr kalten und lockeren Schicht der letzten Schneefälle. Achtung, eingewehte Hangrichtungen sind untypischerweise West bis Nordwest!
In den letzten Tagen zuvor gab es viel Sonne. Eine leichte Setzung war fast überall zu beobachten, in den besonnten mittelhohen Lagen gab es trotz der tiefen Temperaturen schon eine dünne Kruste an der Oberfläche. Davor hat es am Freitag gestürmt und am Samstag zwischen 10 und 30 cm geschneit, in der Osterhorngruppe sogar noch etwas mehr. Der Neuschnee fiel weitgehend ohne bzw. mit wenig Windeinfluss. Nur kleinräumig wurde der Neuschnee verfrachtet. In der letzten Stunden hat abschnittsweise am Alpenhauptkamm (vor allem in den Niederen Tauern) der Süd- bis Südostwind 40-60 km/h erreicht und tagsüber noch einige Stunden anhällt, umfangreichere Triebschneepakete werden abgelegt.
Die Unterlage bildet ein fast überall tragfähiger Harschdeckel, die Verbindung zu dieser Schicht ist meist ausreichend. Der Mittelteil der Schneedecke wird meist von stabilisierenden kompakteren Schichten geprägt, die allerdings kleinräumig eingelagerte weiche Zwischenschichten aufweisen. Das Schneedeckenfundament besteht verbreitet aus einer mächtigen Schicht mit stark aufbauend umgewandelten Kristallen.
Das
Wetter:
Heute Mittwoch sind die Tauern her von Süden im Wolkenstau, im Lungau und entllang der Tauern schneit es leicht. Nördlich der Tauern ist es weitgehend niederschlagsfrei, es gibt aber kaum Sonne durch dichtere Schichtwolken über Gipfelniveau. In den Hochlagen starker Wind aus Südost, in den Kammlagen der Tauern stürmisch. Temperaturen in 2000m -10 Grad, in 3000m -14 Grad.
Morgen Donnerstag verbreitet Schneefall von Norden her, der Wind läßt dabei deutlich nach. Die Temperaturen steigen im Tagesverlauf in 2000m auf -5 Grad an, bleiben aber immer noch deutlich unter den Werten der Jahreszeit.
Tendenz:
Die frischen Einwehungen bleiben auf Grund der tiefen Temperaturen weiterhin labil und sind durch nr geringe Zusatzbelastungen auslösbar.
Damit ist zwischen Lungau und den Tauern weiterhin mit ERHEBLICH (Stufe 3) zu rechnen.
M. Staudinger
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