Gefahrenstellen schattseitig
Die LWZ stellt die tägliche Berichterstellung für heuer ein. Allgemein: Tagesgang beachten! Der frühe Tourengeher trifft auf sicheren Harsch und Firn. Hochalpin gibt es einzelne Gefahrenstellen für trockene Schneebretter, primär im kammnahen, schattseitigen Steilgelände. Die Durchfeuchtung wird in den nächsten Wochen voranschreiten, somit werden nach und nach auch Einzugsgebiete über 2500 m anfällig für spontane Feuchtschneeabgänge.Ebenso sind bei hochreichendem Regeneinfluss Nassschneeabgänge möglich.
Gefahrenbeurteilung:
Allgemeine Gefahrenbeurteilung, es wird ab dem 23. April kein täglicher Bereicht erstellt:
Die Tourenbedingungen werden im Frühjahr in Bezug auf Sicherheit und Schneequalität primär von der Vornacht bestimmt. Kann sich durch Abstrahlung (klare Nacht ohne starkem Wind) ein ausreichender Harschdeckel bilden, so ist die Lawinengefahr in den ersten Stunden überwiegend GERING (1). Der frühe Tourengeher trifft auf sicheren Harsch und Firn. Mit der Sonneneinstrahlung und Tageserwärmung nimmt die Bereitschaft zu spontanen Nassschneeabgängen zu. Je nach Ausmass der Erwärmung in Kombination mit der Luftfeutigkeit oder Regenschauern steigt die Lawinengefahr aus MÄSSIG (2) oder sogar noch auf ERHEBLICH (3) an. Zu beachten sind vor allem noch die nicht entladenen Lawinenstriche in den Tauern aus dem Höhenbereich über 2500m, dort können aus den steilen Ost- und Nordsektoren auch größere Abgänge vom Grund weg gehen, die im ungünstigen Fall bereits apere Wanderwege oder sogar Hüttenzustiege im Talboden erreichen könnten.
Abgesehen vom Tagesgang gibt es schattseitig in hochalpinen kammnahen Lagen sowie in sehr steilen Rinnen und Mulden aufgrund des ungünstigen Schneedeckenaufbaus des heurigen Winters teilweise noch störanfälligen Triebschnee, der insbesondere bei großer Zusatzbelastung auslösbar ist.
Der Schneedeckenaufbau:
Der letzte Neuschnee hat sich gesetzt und sonnseitig bis etwa 3000 m hinauf einen Schmelzharschdeckel bekommen. In mittleren und höheren Lagen findet man teilweise Windharsch. Unter dem Harschdeckel ist der Altschnee sonnseitig bis in große Höhen umgewandelt, bzw unter 1900m ausgeapert. In höheren windberuhigten schattseitigen Lagen ober 2700m kann man noch auf trockenen Pulverschnee bzw. älteren Triebschnee treffen.
Mit der Erwärmung schreitet die Durchfeuchtung der Altschneedecke auch schattseitig voran.
In höheren Lagen finden sich teilweise noch kompaktere Schichten in der Altschneedecke, unter denen sich kantige Zwischenschichten gebildet haben.
Das
Wetter:
Die Nacht zum Samstag verläuft in den Nordalpen und den Pinzgauer Grasbergen gering bewölkt, teilweise auch klar. Nach SÜden zu ziehen dichtere Wolken durch und behindern die nächtliche Ausstrahlung. Der Samstag selbst bringt überwiegend sonniges Wetter. Im Tagesverlauf bilden sich Quellwolken, höhere Gipfel können in Nebel geraten, die Schauerbereitschaft ist eher gering, der Wind meist schwach. Die Temperaturen liegen in 2000 m zwischen 3 und 7 Grad, in 3000 m um -2 GRad.
Die Nacht zum Sonntag verläuft meist klar. Auch am Sonntag bilden sich nur wenige, harmlose Quellwolken über den Bergen. Es bleibt niederschlagsfrei und die Temperaturen steigen in allen Höhen noch leicht an.
Am Montag stellt sich das Wetter um; im Tagesverlauf ziehen von Westen her Schauer und einzelne Gewitter auf. Die Schneefallgrenze sinkt von anfangs etwa 2500 m in der Nacht auf Dienstag teilweise unter 1800 m. Auch am Dienstag folgen noch weitere Schauer. Der Wind bleibt außer in Schauernähe schwach bis mäßig stark.
Weitere Tendenz: ab der Wochenmitte steigen die Temperaturen wieder an. Es dürfte sich wieder trockenere Luft durchsetzen, sodass sich neuerlich brauchbare Firnbedingungen entwickeln können.
Tendenz:
Die Lawinenwarnzentrale Salzburg stellt hiermit die tägliche Berichterstellung für diese Saison ein. Eine Aktualisierung erfolgt bei einer grundlegenden Änderung, etwa bei einem massiven Wintereinbruch im Hochgebirge. Bitte nutzen sie den automatischen E-Mail-Versand des Lawinenlageberichts, um am Laufenden zu bleiben. Für Beratungen stehen wir - wie gewohnt - auch unter der Telefonnummer 0662 8042 2170 zur Verfügung.
Das Team der LWZ bedankt sich für die gute Zusammenarbeit mit den Beobachtern unserer 17 bemannten Stationen, den zahlreichen Rückmeldungen aus dem Kreis der Tourengeher und die sehr dichte und aktuelle Information der 70 Lawinenwarnkommissionen!
Wir freuen uns schon darauf, viele von Euch bei der Abschlussveranstaltung und Preisverleihung des Fotowettbewerbs "Auf Touren" am 11. Juni zu sehen!
TEAM LWZ: M. Staudinger, C. Riedl, M. Butschek, B. Niedermoser, R. Pachler
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