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Lagebericht
So. 19.02.2017
update heute 7:19 (Bernhard Niedermoser)

Triebschneeproblem mit zunehmender Höhe, vor allem ober 2600m

Nachmittag

Vormittag

Die 10 bis 30 cm Neuschnee vom Freitag bewirken zu 80% günstige Verhältnisse. Aufpassen heißt es nur auf den frischen Triebschnee! Dieser hat sich kammnah im Ostsektor (N-O-S) und in Rinnen abgelegt. Im sehr Steilen ist er auslösbar, vor allem ober 2400/2600m auch noch leicht. Den dicksten Triebschnee gibt es in den Nordalpen und in den Hohen Tauern westlich vom Wiesbachhorn. Überall sonst sind die Triebschneepakete dünn und kleinräumig. Kleine Lockerschneeabgänge mit der Erwärmung ab Mittag.

Gefahrenbeurteilung

Die Lawinengefahr ist in den Nordalpen ab 2400 m, in den Hohen Tauern westlich vom Wiesbachhorn ab 2600 m ERHEBLICH, ansonsten ab ca. 1800 m MÄßIG, in den Nockbergen GERING.

Vor allem in den neuschneereicheren Gebieten (Nordalpen, tlw. Hohe Tauern) kann man in windgeschützten Bereichen den kalten und lockern Pulver genießen. Vorsichtig sollte man aber bei den frisch eingewehten Steilbereichen sein: Dort wo die Triebschneeschichten dünn sind, kann man im extrem steilen Gelände im blödesten Fall abstürzen. Dort wo der Triebschnee dicker ist, reicht‘s auch leicht für eine Verschüttung. Gefahrenstellen: vorwiegend in Rinnen im Nordsektor und im Ostsektor (N-O-S), im Hochgebirge der Tauern auch in Südhängen. Die Auslösbarkeit steigt mit der Seehöhe, eher heikel der Höhenbereich ab 2400/2600m.

Das nicht wahrnehmbare Altschneeproblem bleibt im Hintergrund erhalten: Einzelne Gefahrenstellen befinden sich im extrem steilen schattigen, felsdurchsetztem Gelände ab ca. 2100m Seehöhe. Im ungünstigsten Fall kommt es zu einem Durchreißen auf bodennahe Schwachschichten, was auch größere Lawinen zur Folge hätte.

Spontane Lawinen: Mit der Sonne und dem leichten Setzungsimpuls werden sich ab Mittag zahlreiche kleine Lockerschneelawinen aus dem felsdurchsetzten Südsektor (SW-S-W) lösen. Vorwiegend unter 2200m.

Schneedeckenaufbau

Triebschnee: Der Neu- / Triebschnee vom Freitag wurde vorwiegend kammnah verfrachtet. Relevante Triebschneemengen gibt es in den Nordalpen und Hohen Tauern, dort gibt’s verbreitet 20-30 cm Neuschnee in windgeschützten Lagen), überall sonst waren Neuschnee und Triebschneezuwachs dünn und eher kosmetisch. Stabilitätstests und Sprengversuche zeigen, dass diese frischen Pakete mit zunehmender Höhe teilweise leicht auslösbar sind. Bis um 2000m ist die Verbindung meist aber ziemlich gut.

Altschnee: Potenzielle Bruchausbreitungsflächen im Altschnee gibt es praktisch nur im Nordsektor. Am stärksten ausgeprägt in den Hohen Tauern und westlichen Grasbergen. Auslösung praktisch nur noch bei großer Zusatzbelastung an wenigen Stellen.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Heute bleibt es wolkenlos. Der Hochnebel im Pinzgau und Pongau reicht bis 1400m hinauf und löst sich am Vormittag auf. Tolle Fernsicht. Unmittelbar am Alpenhauptkamm weht im Hochgebirge anfangs noch starker Wind aus West bis Nord (40-50 km/h), der tagsüber nachlässt. Sonst stört der Wind kaum. Leichter Temperaturanstieg: In 2000m um -3 Grad, in 3000m um -8 Grad.

Morgen, Montag, gibt’s wechselhaftes Westwetter: Dichte Wolken in den Nordalpen, nach Süden hin kann es am Nachmittag sonnig auflockern. Mit starkem Westwind schneit es am Vormittag leicht – in den Nordalpen 5 bis 10 cm, nach Süden hin oft nur wenige Zentimeter. Temperaturen schwanken, in 2000m ansteigend von -6 auf -3 Grad, in 3000m von -12 auf -6 Grad.

Tendenz

Starker Westwind und ein bisschen Neuschnee bilden am Montag neue, eher dünne Triebschneepakete im Hochgebirge und am Alpennordrand. Sonst keine wesentliche Änderung.





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