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Lagebericht
Do. 22.02.2018
update heute 7:23 (Michael Butschek)

Frischer Triebschnee im windexponierten Gelände

Nachmittag

Vormittag

In windexponierten Bereichen, speziell am Alpennordrand, an der Südabdachung der Tauern, in den Nockbergen und generell von etwa 2000 m aufwärts bildet lebhafter Wind aus Nord bis Ost kleinräumig kammnah leicht auszulösenden Triebschnee. Ältere Gefahrenstellen gibt es zudem in steilen, schneearmen Geländeübergänge, bevorzugt auf den Schattseiten. Eine Auslösung von Schneebrettlawinen ist dort insbesondere durch große Zusatzbelastung möglich.

Gefahrenbeurteilung

Die Lawinengefahr ist windabhängig: in den Hochlagen ist sie überwiegend MÄßIG, dort, wo der Wind nicht angreift ist sie GERING!

Die Hauptgefahr geht heute von kleinräumig frisch gebildeten, meist noch dünnen Triebschneeschollen aus, die im Lee windexponierter Bereiche (NW-S-SO) bereits von einzelnen Wintersportlern als kleine Schneebrettlawine ausgelöst werden können. Anzahl und Ausdehnung dieser Gefahrenstellen nehmen tagsüber zu! Ältere Gefahrenstellen im kammnahen Steilgelände der übrigen Expositionen und hinter kammfernen steilen Geländeübergängen (v.a. schattseitig, oberhalb etwa 2100 m) sind insbesondere bei großer Zusatzbelastung (zB Sturz bei der Abfahrt) auslösbar.

Spontan sind nur vereinzelt oberflächliche Lockerschneerutsche aus dem extrem steilen Gelände und punktuell Gleitschneelawinen aus extrem steilen Grasmatten unter 2200m möglich. Hänge mit Gleitschneerissen nach Möglichkeit meiden!

Schneedeckenaufbau

Die letzten Tage brachten wiederholt in kleinen Portionen kalten Neuschnee, der Windeinfluss (aus NW-O) war zuletzt auf die exponiertesten Bereiche (oberhalb etwa 2200 m) beschränkt. Die Einsinktiefen liegen meist zwischen 10 und 30 cm, im Bereich der Tauern zum Teil auch darüber. Der auflebende Wind bildet heute vor allem am Alpennordrand, im Lungau und generell in den windexponierten Hochlagen kleinräumig frischen Triebschnee, der auf dem oft lockeren Schnee darunter störanfällig ist. Die Störanfälligkeit tiefer liegender Schwachschichten - schattseitig überschneiter Reif, sonnseitig kantige Form unter Harschkrusten - hat dagegen abgenommen.
Ungeachtet der Kälte gibt es ganz vereinzelt noch Gleitbewegungen der Schneedecke auf den extrem steilen Grasmatten.

Alpinwetter der ZAMG Salzburg

Tiefe Bewölkung dominiert heute, mit Nebel an Hängen und in den Gipfelbereichen. Es schneit immer wieder leicht, entlang der Tauern und im Lungau mäßig stark. Größenordnung: am Alpenhauptkamm und im Lungau um 15 cm in 24 Stunden, nach Norden hin bis 5 cm. Teils lebhafter Wind aus Nord bis Ost, erreicht 40 bis 50 km/h. Temperaturen in 2000m um -12 Grad, in 3000m bei -14 Grad.
Morgen, Freitag, bessert sich das Bergwetter. Anfangs noch reichlich tiefe Wolken, die tagsüber aufbrechen und sich zurückbilden. Temporäre Nebelbänke sind aber den ganzen Tag über möglich. Der Wind kommt aus dem Ostsektor und erreicht um 30 km/h. Vorübergehend nicht ganz so kalt mit -5 Grad in 2000m und -10 Grad in 3000 m.

Tendenz

Dem frischen Triebschnee sollte konsequent ausgewichen werden, je nach Windeinfluss könnte die Schneebrettgefahr morgen regional Stufe 3 erreichen. Bei starker Sonneneinstrahlung sind einige kleine oberflächliche Lockerschneerutsche und einzelne überwiegend kleine bis mittlere Schneebrettlawinen aus felsdurchsetztem Steilgelände möglich.





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