Bitterkalt Salzburg 04.02.2012 07:45
Aufpassen heisst es auf den frischen, spröden und leicht auslösbaren Triebschnee, der vor allem auf den West- bis Nordostseiten und auch im lichten Hochwald liegt. Mit dem Nordwestwind in den Niederen Tauern und im Lungau kommen heute neue, meist jedoch nur geringmächtige Einwehungen im Südostsektor dazu. Abseits des Windeinflusses herrschen günstige Bedingungen, wenn auch die Schneequalität teils zu Wünschen übrig lässt. Einzelne Gleitschneeabgänge aus sehr steilen Grasmatten.
Gefahrenbeurteilung:
Die Lawinengefahr hängt maßgeblich vom Windeinfluss ab. Sie ist im Bereich der Nordalpen, der Inneralpinen Grasberge und der Nockberge überwiegend MÄßIG (Stufe 2). Entlang der Tauern besteht in den windexponierten Lagen ERHEBLICHE Schneebrettgefahr. Meiden sollte man generell den Triebschnee, der sich vorwiegend im West über Nord bis Süd schauenden Gelände und in den Rinnen befindet. Dieser Triebschnee kann im Steilgelände bereits durch das Gewicht eines einzelnen Wintersportlers ausgelöst werden. Die Einwehungen sind umfangreich und zum Teil mächtig. Sie sind bei ausreichender Sicht aber gut zu erkennen und liegen häufig neben den völlig abgewehten blanken Geländepartien. Ältere Einwehungen im extrem steilen Ostsektor sind nur ganz vereinzelt bei großer Zusatzbelastung zu stören.
Die Gleitschneeaktivität nimmt ab, einzelne Abgänge insbesondere aus sehr steilen sonnseitigen Grasmatten sind aber weiterhin möglich.
Schneedeckenaufbau:
Heute sorgt Nordwestwind in den Niederen Tauern und im Lungau für neue, meist jedoch geringmächtige Einwehungen. Prägend waren zuletzt die tiefen Temperaturen und der Wind. Seit Sonntag hat lebhafter bis stürmischer Wind aus Süd bis Ost vor allem am Alpenhauptkamm, aber zuletzt auch in den windexponierten Lagen der Nordalpen frischen Triebschnee gebildet und stellenweise Oberflächenreif auf den Nordseiten überdeckt. Der Windeinfluss reichte bis in den lichten Hochwald. Oberhalb der Waldgrenze dominiert unterschiedlich tragfähiger Windharsch. Völlig abgewehte, zum Teil eisige Flächen wechseln mit mächtigen Einwehungen in Mulden und windabgewandten Hängen. Aufgrund der tiefen Temperaturen ist der Triebschnee spröde und störanfällig. Die Altschneedecke darunter ist gut gesetzt und ausreichend verfestigt, allerdings entstehen unter den oberflächlichen und teilweise überwehten Krusten durch die Kälte kantige, sehr weiche Zwischenschichten, die die Störanfälligkeit erhöhen. Die Gleitschneeproblematik geht durch die markante Abkühlung und den abgeschlossenen Setzungsprozess zwar etwas zurück, bleibt aber weiterhin bestehen.
Wetter:
Am Samstagvormittag ist die Sicht von den Loferer Steinbergen bis zu den Pinzgauer Grasbergen oft noch brauchbar. Ansonsten stecken die Gipfel zeitweise in hochnebelartiger Bewölkung. Von Südosten her geraten die Berge jedoch in zunehmend dichte Wolken und es schneit zeitweise unergiebig. Bitterkalt: in 2000 m um -22 Grad. In den Nordalpen und den Tauern teils kräftiger Wind aus Nordwest bis Nordost.
Am Sonntag stecken die Berge vor allem am Vormittag teilweise im Nebel, am Nachmittag kann sich die Sonne öfter zeigen. In 2000 m -20 Grad. Der Nordwest- bis Nordostwind bleibt meist schwach.
Tendenz:
Keine wesentliche Änderung.
Claudia Riedl